Sonntag, 13. Mai 2018


CISTERTIUM MATER NOSTRA
Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer Abtei Frauenthal O.Cist.

Sub tuum praesidium confugimus, Sancta Dei Genitrix. Nostras deprecationes ne despicias in necessitatibus nostris. Sed a periculis cunctis, libera nos semper. Virgo gloriosa et benedicta.

14. MAI
KLOSTER HIMMELPFORT
B.M.V. de Coeli Porta S.O.Cist.

Unter dem Titel einer virtuellen Cella ( eine Cella ist die kleinste mögliche Klostereinheit ) soll das Andenken an ein demütiges Cistercienserkloster in der Mark Brandenburg aufleben. B.M.V. de Coeli Porta Himmelpfort ) war die letzte und kleinste Neugründung der Abtei Lehnin. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelpfort ) Spät gegründet, mit problematischen Ländereien ausgestattet, die sich teilweise in verschiedenen Herrschaftsbereichen befanden, hat diese kleine Schule des Herrendienstes wenig gute Zeiten erlebt. Schließlich ging sie in den Wirren der lutherischen Revolution unter.- Wenig ist übrig geblieben: ein ruinenhaftes Kirchenschiff, ein stark veränderter Ostchor, der heute der evangelischen Gemeinde Himmelpfort als Pfarrkirche dient und ein Brauereigebäude, das vor einigen Jahren abbrannte.- Die Beiträge in diesem Blog werden vorzüglich aus dem liturgischen Bereich der Cisterciensergewohnheiten bestehen. Möglicherweise kann es auch einmal Mitteilungen aus der übrigen benediktinischen Familie geben. Freunde des Cistercienserordens und Interessenten sind herzlich willkommen.
Friede allen! Frater Alberich

ZUM MARIENMONAT MAI
Omni die dic Mariae,
mea, laudes, anima.
Ejus festa, ejus gesta
cole splendidissima!

*
Quem terra, pontus, æthera
Colunt adorant, prædicant,
Trinam regentem machinam
Claustrum Mariæ baiulat.

Cui luna, sol et omnia
Deservimus per tempora,
Perfusa cæli gratia
Gestant puellæ viscera.
Mirantur ergo sæcula,
Quod angelus fert semina,
Quod aure virgo concipit
Et corde credens parturit.
Beata mater munere,
Cuius supernus artifex
Mundum pugillo continens
Ventris sub arca clausus est.
Benedictus cæli nuntio,
Fecunda sancto spiritu,
Desideratus gentibus
Cuius per alvum fusus est.

( Hl. Venantius Fortunatus * um 540, † nach 600)

Den Erde, Meer und Sternenkreis
Ehren, anbeten, predigen,
Dreifachen Weltbaus Oberherr,
Ihn birgt Marias Mutterleib.

Dem Sonne, Mond und alles Sein
Diensthörig sind von Zeit in Zeit,
Durchströmt von Himmelsgnadentau
Trägt ihn der Schoß der jungen Magd.
Die Jahrhunderte wundern sich,
Dass ein Engel Samen trägt,
Eine Jungfrau durch das Ohr empfängt
Und tief im Herzen glaubend gebiert.
Beglückte Mutter, reich beschenkt,
Den höchsten Weltbauherrn, der fest
Den Erdball händestark umspannt,
Dein Leib, als Arche, schließt ihn ein.
Durch Himmelsbotschaft gesegnet,
Fruchtbildend durch den Heiligen Geist,
Der Völker lange Sehnsuchtsglut
Ergossen dir im Schoße ruht.


MARTYROLOGIUM CISTERCIENSE
14. MAI – Der Heimgang des heiligen Blutzeugen Bonifatius. Er hat unter Diokletian und Maximian in Tarsos den Tod erlitten, wurde dann nach Rom gebracht und an der Latinischen Straße beigesetzt. Er hat lange ein nichtswürdiges Leben geführt. Gott führte ihn zur Bekehrung, so daß er nicht nur seine Lasterhaftigkeit aufgab, sondern er erwarb sich durch standhaftes Ertragen verschiedener Folterqualen die Palme des Martyriums. - In Frankreich der heilige Blutzeuge Pontius. Durch seinen Predigteifer hat er zwei Herrscher namens Philippus zu Christus bekehrt. Unter Valerianus und Gallienus erlangte er dann die Palme des Martyriums. - In Syrien unter Kaiser Antoninus die heiligen Blutzeugen Victor und Corona. Corona, die Frau eines Soldaten, begann ihn wegen seiner Standhaftigkeit im Leiden seligzupreisen. Da sah sie zwei Kronen vom Himmel hernieder schweben, eine für Victor und eine für sich selbst. Sie erzählte das den Umstehenden. Daraufhin wurde sie zwischen zwei Bäumen zerrissen, Victor wurde enthauptet. - In Ägypten unser heiliger Vater Pachomius, er glänzte durch eine apostolische Lebensweise und gründete in Ägypten die ersten cönobitischen Klöster. Auch schrieb er eine Regel, die ihm von einem Engel diktiert worden sein soll.- Ferner anderwärts eine große Anzahl anderer heiliger Martyrer und Bekenner, sowie heiliger Jungfrauen. R. Dank sei Gott.

LESUNG AUS DER REGEL UNSERES

HLST. VATERS BENEDIKTUS

2. Kapitel - Der Abt – Fortsetzung -
14. MAI – Wenn der Abt lehrt, halte er sich immer an das Beispiel der Apostel, der sagt: "Tadle, ermutige, weise streng zurecht." Das bedeutet für ihn: Er lasse sich vom Gespür für den rechten Augenblick leiten und verbinde Strenge mit gutem Zureden. Er zeige den entschlossenen Ernst des Meisters und die liebe Güte des Vaters. Härter tadeln muss er solche, die keine Zucht kennen und keine Ruhe geben; zum Fortschritt im Guten ermutige er alle, die gehorsam, willig und geduldig sind; streng zurechtweisen und bestrafen soll er jene, die nachlässig und widerspenstig sind. Auf keinen Fall darf er darüber hinwegsehen, wenn sich jemand verfehlt; vielmehr schneide er die Sünden schon beim Entstehen mit der Wurzel aus, so gut er kann. Er soll daran denken, da ihm sonst das Schicksal des Priesters Heli von Silo droht. Rechtschaffene und Einsichtige weise er einmal und ein zweites Mal mit mahnenden Worten zurecht. Boshafte aber, Hartherzige, Stolze und Ungehorsame soll er beim ersten Anzeichen eines Vergehens durch Schläge und körperliche Züchtigung im Zaum halten. Er kennt doch das Wort der Schrift: "Ein Tor lässt sich durch Worte nicht bessern." Und auch dieses: "Schlage deinen Sohn mit der Rute, so rettest du sein Leben vor dem Tod."

MENOLOGIUM ( HEILIGENVERZEICHNIS )
DES HL. CISTERCIENSERORDENS
14. MAI – Gedächtnis der seligen Martyrermönche von Goldenkron. Das Kloster wurde 1420 und 1425 von Hussiten heimgesucht. Das erstemal verbrannten die Mordbuben P. Johannes Kink und den Kustos Johannes. Die übrigen konnten flüchten. Mehrere Mönche wurden an der großen Linde im Klosterhof erhängt.

Gedenken an den gottseligen Dominikus, Mönch von Carracedo und Eremit. Er war berühmt durch seine wunderbaren Gnadengaben.

Zu Tännikon die selige Äbtissin Anna von Wellenburg. Sie verstand zu wirtschaften und förderte mit allen Eifer die Musik. Viel Kraft verwandte sie, um in ihrem Herrschaftsbereich den katholischen Glauben zu erhalten. ( Nach dem Menologium von P. Adolf Dietrich S.O.Cist.)

In Clairvaux der selige Prior Guido. Er führte ein gottseliges Leben und ist im Ruf der Heiligkeit verschieden.

KLEINES MENOLOGIUM
DER BENEDIKTINISCHEN FAMILIE
14. MAI – Gedenken an den seligen Hieronymus, Kamaldulenser aus Prag, Glaubensbote in Litauen. Er ging am 17. Juli 1440 in Venedig in die ewige Heimat.
Gedächtnis des seligen Totto, Mönch und Abt in Sankt Emmeram. Er wurde später der Bischof von Regensburg. 930 empfing er den Lohn des getreuen Verwalters.
LITURGISCHER KALENDER O. Cist. - MAI - nach der Ordnung von 1963
14. - Alb. - Fer. 2 De ea off. de Ascensione – Ant. ALLELUJA de temp. Pasch. - Laud. Com. S. BONIFATII, MART. Lux perpetua...& B.M.V. - in missa - Dom. post Ascensionem in tono simplici - Gl. - or. 2 de S. BONIFATIO praef. de Ascensione - Vesp. de fer. – Com. B.M.V. -
14. - weiß - Montag - Fer. II - de ea - Ferialtag - Off. wie an Christi Himmelfahrt mit Ferialpsalmen - Antiphonen der Osterzeit - in Laudes Com. des HL. BONIFATIUS, MART. Lux perpetua...& B.M.V. - in missa: Messe vom Fest CHRISTI HIMMELFAHRT - Gloria – 2. Oration vom HL. BONIFATIUS - Präf. de Ascensione in tono simplici - Vesp. vom Tag - Com. B.M.V.-

HINWEIS
Die Angaben zur jeweiligen Tagesmesse beziehen sich auf das Cisterciensermissale. Es ist in dankenswerter Weise von Enthusiasten aus dem Umfeld der Abtei Mariawald ( Cistercienser von der strengeren Observanz ) veröffenlicht worden. Die Übersetzungen ins Deutsche sind im vollen Gange. Hier wird man fündig:www.mariawalder-messbuch.de Etwas wunderlich ist die Bezeichnung MARIAWALDER MESSBUCH. Wir haben es aber hier ganz einfach mit dem MISSALE CISTERCIENSE zu tun, das bis zur liturgischen Revolution nach dem Vat.II von beiden Cistercienserobservanzen benutzt wurde.
Zu diesem Missale ist folgendes zu sagen: Schon im 17. Jahrhundert wurde offensichtlich, daß viele Priestermönche des Cistercienserordens den römischen Ritus ihrem eigenen cisterciensischen vorzogen. Obwohl noch das Konzil von Trient (1545-1563) die Eigenriten bestätigt hatte, konnten die Generalkapitel des 17. Jahrhunderts nur noch teilweise verhindern, daß das Missale Romanum auch in den Klöstern des Ordens gebraucht wurde. Die neu herausgegebenen Meßbücher ab 1657 waren im Grunde Ausgaben des Missale Romanum mit cisterciensischen Adaptationen.
Die Unterschiede sind aber gar nicht so klein, wie gerne behauptet wird. Es gibt Heiligenfeste mit Texten, die das Missale Romanum nicht kennt. Mitunter sind auch an Sonntagen des Kirchenjahres die Perikopen und Texte der Meßgesänge nicht identisch. Bei gemeinsamen Heiligenfesten sind mitunter einzelne Texte der Meßgesänge verschieden. Verschieden sind auch die Weiheriten der Kerzen an Lichtmeß, am Aschermittwoch und Palmsonntag. Die Karfreitagsliturgie hat stellenweise ihre eigene Form, sowie die Feier der Osternacht. Es ist also noch viel Eigengut im Cisterciensermeßbuch, so daß man mit Recht von einem MISSALE CISTERCIENSE sprechen kann und nicht nur von einem MISSALE ROMANUM CISTERCIENSE.

MARIA, SIDUS GEMMAQUE VIRGINUM,
CISTERCIENSES DIRIGE SUBDITOS,
QUI TE PATRONAM CONFITENTUR
AEDIBUS, OFFICO, FERVORE
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