Samstag, 12. Mai 2018


CISTERTIUM MATER NOSTRA
Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer Abtei Frauenthal O.Cist.

Sub tuum praesidium confugimus, Sancta Dei Genitrix. Nostras deprecationes ne despicias in necessitatibus nostris. Sed a periculis cunctis, libera nos semper. Virgo gloriosa et benedicta.

13. MAI
KLOSTER HIMMELPFORT
B.M.V. de Coeli Porta S.O.Cist.

Unter dem Titel einer virtuellen Cella ( eine Cella ist die kleinste mögliche Klostereinheit ) soll das Andenken an ein demütiges Cistercienserkloster in der Mark Brandenburg aufleben. B.M.V. de Coeli Porta Himmelpfort ) war die letzte und kleinste Neugründung der Abtei Lehnin. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelpfort ) Spät gegründet, mit problematischen Ländereien ausgestattet, die sich teilweise in verschiedenen Herrschaftsbereichen befanden, hat diese kleine Schule des Herrendienstes wenig gute Zeiten erlebt. Schließlich ging sie in den Wirren der lutherischen Revolution unter.- Wenig ist übrig geblieben: ein ruinenhaftes Kirchenschiff, ein stark veränderter Ostchor, der heute der evangelischen Gemeinde Himmelpfort als Pfarrkirche dient und ein Brauereigebäude, das vor einigen Jahren abbrannte.- Die Beiträge in diesem Blog werden vorzüglich aus dem liturgischen Bereich der Cisterciensergewohnheiten bestehen. Möglicherweise kann es auch einmal Mitteilungen aus der übrigen benediktinischen Familie geben. Freunde des Cistercienserordens und Interessenten sind herzlich willkommen.
Friede allen! Frater Alberich

ZUM MARIENMONAT MAI
Omni die dic Mariae,
mea, laudes, anima.
Ejus festa, ejus gesta
cole splendidissima!

*

O quam glorifica luce coruscas,
Stirpis Davidicæ regia proles,
Sublimis residens virgo Maria,
Supra cæligenas ætheris omnes!

Tu cum virgineo, mater, honore
Angelorum domino pectoris aulam
Sacris visceribus casta parasti;
Natus hinc Deus est corpore Christus.
Quem cunctus venerans orbis adorat,
Cui nunc rite genu flectitur omne,
A quo nos petimus te veniente
Abiectis tenebris gaudia lucis.
Hoc largire, pater luminis omnis,
Natum per proprium flamine sancto,
Qui tecum nitida vivit in æthra
Regnans et moderans sæcula cuncta.

Hucbaldus de Sancto Amando (um 840 – 930)


O welch herrliches Licht strahlst du hernieder,
Kind, dem Königsgeschlecht Davids entsprossen,
Die erhaben du thronst, Jungfrau Maria,
Über Dunkel und Dunst hoch in den Himmeln.


Du hast, Mutter, dem Herrn englischer Heerschar
Mit jungfräulicher Zucht, Keusche, die Stätte
Deiner heiligen Brust freundlich bereitet:
Und im Fleisch ward Gott, Christus geboren,
Dem Anbetung und preis bringen die Welten,
Dem die Knie sich hier demütig beugen,
Von dem unser Gebet, hilfst du uns bitten,
Fleht um schwinden der Nacht, Freuden des Lichtes.
Vater strahlenden Lichts, dieses vergönne
Mit dem eigenen Sohn, Heiligem Geiste,
Der im Glanz mit dir lebt in den Himmeln
Und beherrschend erhält alle Welten.
Deutsch von Friedrich Wolters (1876 – 1930)
MARTYROLOGIUM CISTERCIENSE
13. MAI – Zu Rom die Einweihung der Kirche Maria von den Martyrern. Der heilige Papst Bonifatius IV. widmete sie zu Ehren der Seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria und aller Martyrer. - Das Gedächtnis des heiligen Priesters und Blutzeugen Mucius. Wegen des Bekenntnisses Christi wurde er zuerst zu Amphipolis in Mazedonien vielen Peinen und Qualen unterworfen. Später wurde er nach Byzanz gebracht und starb durch Enthauptung. - Zu Maastricht der heilige Servatius, Bischof der Kirche von Tongern. Zum Erweis seiner Verdienste blieb zur Winterszeit, als alles ringsum überschneit war, auf seinem Grab niemals Schnee liegen. Da sorgten die Einwohner voll Eifer, daß über seinem Grab eine Basilika erbaut wurde. - Ferner anderwärts eine große Anzahl anderer heiliger Martyrer und Bekenner, sowie heiliger Jungfrauen. R. Dank sei Gott.

LESUNG AUS DER REGEL UNSERES

HLST. VATERS BENEDIKTUS

2. Kapitel - Der Abt – Fortsetzung -
13. MAI – Der Abt bevorzuge in Kloster keinen wegen seines Ansehens. Den einen liebe er nicht mehr als den anderen, es sei denn, er finde einen, der eifriger ist in guten Werken und im Gehorsam. Er ziehe nicht den Frei -geborenen einem vor, der als Sklave ins Kloster eintritt, wenn es dafür keinen vernünftigen Grund gibt. Der Abt kann aber jede Rangänderung vornehmen, wenn er es aus Gründen der Gerechtigkeit für gut hält. Sonst sollen die Brüder den Platz einnehmen, der ihnen zukommt. Denn ob Sklave oder Freier, in Christus sind wir alle eins, und unter dem einen Herrn tragen wir die Last des gleichen Dienstes. Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person.  Nur dann unterscheiden wir uns in seinen Augen, wenn wir in guten Werken und in der Demut eifriger sind als andere. Der Abt soll also alle in gleicher Weise lieben, ein und dieselbe Ordnung lasse er für alle gelten, wie es jeder verdient.

MENOLOGIUM ( HEILIGENVERZEICHNIS )
DES HL. CISTERCIENSERORDENS
13. MAI – In Dünen der gottselige Mönch Thomas Gabyte. Er war Cellerar in Stapey. 1573 starb er an diesem Tag für den Glauben.

Kirchweihe in der Abtei Longvilliers, gegr. 1135. ( Nach dem Menologium von P. Adolf Dietrich S.O.Cist.)

Der selige Petrus, Mönch im Kloster St. Maria in Cadouin.

KLEINES MENOLOGIUM
DER BENEDIKTINISCHEN FAMILIE
13. MAI – Gedenken an den seligen Ælphege, Mönch in Deerhurst. Er lebte später als Einsiedler nahe Bath, wo er später Abt wurde. 984 wurde er Bischof von Winchester, hier firmte er 994 in Anwesenheit von König Æthelred den norwegischen König Olav I. Tryggvason der dabei gelobte, England niemals mehr anzugreifen. 1006 wurde der selige Ælphege zum Erzbischof von Canterbury ernannt, er war der 29. in der Liste der Bischöfe. 1011 nahmen ihn die eingefallenen Dänen gefangen; er lehnte seine Freilassung gegen Lösegeld ab und wurde deshalb getötet.
LITURGISCHER KALENDER O. Cist. - MAI - nach der Ordnung von 1963
13. - Alb. - Dom. post Ascensionem - in missa Gl. - or. una – Cr. – praef. de Ascensione - Vesp. de Dom. – sine Com. -
13. - weiß – Sonntag - SONNTAG nach CHRISTI HIMMELFAHRT - im Offizium: alles wie im Brevier angegeben - als Antiphonen: Oster - Alleluja - in missa: Gloria - 1 Oration - Credo - Präf. de Ascensione - Vesp. vom Sonntag - keine Com.-

HINWEIS
Die Angaben zur jeweiligen Tagesmesse beziehen sich auf das Cisterciensermissale. Es ist in dankenswerter Weise von Enthusiasten aus dem Umfeld der Abtei Mariawald ( Cistercienser von der strengeren Observanz ) veröffenlicht worden. Die Übersetzungen ins Deutsche sind im vollen Gange. Hier wird man fündig:www.mariawalder-messbuch.de Etwas wunderlich ist die Bezeichnung MARIAWALDER MESSBUCH. Wir haben es aber hier ganz einfach mit dem MISSALE CISTERCIENSE zu tun, das bis zur liturgischen Revolution nach dem Vat.II von beiden Cistercienserobservanzen benutzt wurde.
Zu diesem Missale ist folgendes zu sagen: Schon im 17. Jahrhundert wurde offensichtlich, daß viele Priestermönche des Cistercienserordens den römischen Ritus ihrem eigenen cisterciensischen vorzogen. Obwohl noch das Konzil von Trient (1545-1563) die Eigenriten bestätigt hatte, konnten die Generalkapitel des 17. Jahrhunderts nur noch teilweise verhindern, daß das Missale Romanum auch in den Klöstern des Ordens gebraucht wurde. Die neu herausgegebenen Meßbücher ab 1657 waren im Grunde Ausgaben des Missale Romanum mit cisterciensischen Adaptationen.
Die Unterschiede sind aber gar nicht so klein, wie gerne behauptet wird. Es gibt Heiligenfeste mit Texten, die das Missale Romanum nicht kennt. Mitunter sind auch an Sonntagen des Kirchenjahres die Perikopen und Texte der Meßgesänge nicht identisch. Bei gemeinsamen Heiligenfesten sind mitunter einzelne Texte der Meßgesänge verschieden. Verschieden sind auch die Weiheriten der Kerzen an Lichtmeß, am Aschermittwoch und Palmsonntag. Die Karfreitagsliturgie hat stellenweise ihre eigene Form, sowie die Feier der Osternacht. Es ist also noch viel Eigengut im Cisterciensermeßbuch, so daß man mit Recht von einem MISSALE CISTERCIENSE sprechen kann und nicht nur von einem MISSALE ROMANUM CISTERCIENSE.

MARIA, SIDUS GEMMAQUE VIRGINUM,
CISTERCIENSES DIRIGE SUBDITOS,
QUI TE PATRONAM CONFITENTUR
AEDIBUS, OFFICO, FERVORE
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