Dienstag, 10. April 2018


CISTERTIUM MATER NOSTRA
Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer Abtei Frauenthal O.Cist.

Sub tuum praesidium confugimus, Sancta Dei Genitrix. Nostras deprecationes ne despicias in necessitatibus nostris. Sed a periculis cunctis, libera nos semper. Virgo gloriosa et benedicta.

11. APRIL
KLOSTER HIMMELPFORT
B.M.V. de Coeli Porta S.O.Cist.

Unter dem Titel einer virtuellen Cella ( eine Cella ist die kleinste mögliche Klostereinheit ) soll das Andenken an ein demütiges Cistercienserkloster in der Mark Brandenburg aufleben. B.M.V. de Coeli Porta Himmelpfort ) war die letzte und kleinste Neugründung der Abtei Lehnin. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelpfort ) Spät gegründet, mit problematischen Ländereien ausgestattet, die sich teilweise in verschiedenen Herrschaftsbereichen befanden, hat diese kleine Schule des Herrendienstes wenig gute Zeiten erlebt. Schließlich ging sie in den Wirren der lutherischen Revolution unter.- Wenig ist übrig geblieben: ein ruinenhaftes Kirchenschiff, ein stark veränderter Ostchor, der heute der evangelischen Gemeinde Himmelpfort als Pfarrkirche dient und ein Brauereigebäude, das vor einigen Jahren abbrannte.- Die Beiträge in diesem Blog werden vorzüglich aus dem liturgischen Bereich der Cisterciensergewohnheiten bestehen. Möglicherweise kann es auch einmal Mitteilungen aus der übrigen benediktinischen Familie geben. Freunde des Cistercienserordens und Interessenten sind herzlich willkommen.
Friede allen! Frater Alberich

MARTYROLOGIUM CISTERCIENSE
11. APRIL – In Rom der Heimgang des heiligen Papst Leo I., Bekenner und Kirchenlehrer, genannt »der Große«. - Zu seinen Zeiten feierte die Kirche die ökumenische Synode von Chalzedon. - Zu Salona in Dalmatien als heilige Blutzeugen der Bischof Domnio und acht Soldaten. - Zu Gortyna auf Kreta der heilige Bischof Philippus, hochangesehen wegen seines Lebenswandels und seiner Gelehrsamkeit. Zur Zeit des Marcus Antoninus Verus und des Lucius Aurelius Commodus leitete er die ihm anvertraute Kirche. - Zu Nikomedien der heilige Priester Eustorgius. – Ferner anderwärts eine große Anzahl anderer heiliger Martyrer und Bekenner, sowie heiliger Jungfrauen. R. Dank sei Gott.

LESUNG AUS DER REGEL UNSERES

HLST. VATERS BENEDIKTUS


57. & 58 Kapitel - Mönche als Handwerker


11. APRIL – Sind Handwerker im Kloster, können sie in aller Demut ihre Tätigkeit ausüben, wenn der Abt es erlaubt. Wird aber einer von ihnen überheblich, weil er sich auf sein berufliches Können etwas einbildet und meint, er bringe dem Kloster etwas ein, werde ihm seine Arbeit genommen. Er darf sie erst wiederaufnehmen, wenn er Demut zeigt und der Abt es ihm von neuem erlaubt. Wenn etwas von den Erzeugnissen der Handwerker verkauft wird, sollen jene, durch deren Hand die Waren veräußert werden, darauf achten, dass sie keinen Betrug begehen. Sie sollen immer an Hananias und Saphira denken, damit sie nicht etwa den Tod an der Seele erleiden, der jene am Leib traf. Das gilt ebenso für alle anderen, die mit dem Eigentum des Klosters unredlich umgehen. Bei der Festlegung der Preise darf sich das Übel der Habgier nicht einschleichen. Man verkaufe sogar immer etwas billiger, als es sonst außerhalb des Klosters möglich ist, damit in allem Gott verherrlicht werde.

Die Aufnahme von Brüdern
Kommt einer neu und will das klösterliche Leben beginnen, werde ihm der Eintritt nicht leicht gewährt, sondern man richte sich nach dem Wort des Apostels: "Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind." Wenn er also kommt und beharrlich klopft und es nach vier oder fünf Tagen klar ist, dass er die ihm zugefügte harte Behandlung sowie die Schwierigkeiten beim Eintritt geduldig erträgt, aber trotzdem auf seiner Bitte besteht, gestatte man ihm den Eintritt, und er halte sich einige Tage in der Unterkunft für die Gäste auf. Danach wohne er im Raum für die Novizen, wo sie lernen, essen und schlafen. Ein erfahrener Bruder werde für sie bestimmt, der geeignet ist, Menschen zu gewinnen, und der sich mit aller Sorgfalt ihrer annimmt. Man achte genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht, ob er Eifer hat für den Gottesdienst, ob er bereit ist zu gehorchen und ob er fähig ist, Widerwärtiges zu ertragen. Offen rede man mit ihm über alles Harte und Schwere auf dem Weg zu Gott. Wenn er verspricht, beharrlich bei seiner Beständigkeit zu bleiben, lese man ihm nach Ablauf von zwei Monaten diese Regel von Anfang bis Ende vor und sage ihm: Siehe das Gesetz, unter dem du dienen willst; wenn du es beobachten kannst, tritt ein, wenn du es aber nicht kannst, geh in Freiheit fort. Wenn er noch immer bleiben will, dann führe man ihn in den oben erwähnten Raum der Novizen und prüfe ihn wieder in aller Geduld. Nach Ablauf von sechs Monaten lese man ihm die Regel vor: Er soll wissen was der Eintritt für ihn bedeutet. Wenn er noch bei seinem Entschluss bleibt, liest man ihm nach vier Monaten dieselbe Regel wieder vor. Hat er es sich reiflich überlegt und verspricht er, alles zu beachten und sich an alles zu halten, was ihm aufgetragen wird, dann soll er in die Gemeinschaft aufgenommen werden. Doch muss er wissen, dass er, auch nach dem Gesetz der Regel, von diesem Tag an weder das Kloster verlassen noch das Joch der Regel von seinem Nacken abschütteln darf; er hatte ja lange genug Zeit zu überlegen, ob er es von sich weisen oder auf sich nehmen wolle.


MENOLOGIUM ( HEILIGENVERZEICHNIS )
DES HL. CISTERCIENSERORDENS
10. APRIL – Zu Clairvaux das Gedenken an den seligen Eskill, weiland Erzbischof von Lund. Als Kind war er Schüler der Domschule von Hildesheim. Der Orden hatten in ihm einen treuen Freund und eifrigen Förderer. So stiftete er die Abteien Herriwad ( 1144 ) und Esrom ( 1151 ). Er sandte Cistercienser als Missionare nach Mecklenburg und Vorpommern. Nachdem er auf das Erzbistum Lund verzichtet hatte, zog er sich nach Clairvaux zurück.

Kirchweihe B.M.V. de La Colombe ( gegr. 1186 ) ( Nach dem Menologium von P. Adolf Dietrich S.O.Cist.)

11. April – Gedächtnis an den seligen Abt Stephanus und den seligen Konversbruder Hildebrand. Sie wurden bei St.Gilles von Albigensern grausam ermordet und erlangten so die Krone des Martyriums. ( Nach dem Menologium von P. Adolf Dietrich S.O.Cist.)

Zu Clairvaux andächtiges Gedenken an den gottseligen Tezelin, Vater des hl. Bernhard. Als ein Sohn nach dem anderen Mönch wurde, ermahnte er seine Söhne zur Mäßigung. “Ich kenne euren stürmischen Eifer, den kaum jemand bremsen kann.” Als Nivard, der Jüngste auch nach Clairvaux ging und die Tochter Humebeline sich verheiratete, ging er ebenfalls nach Clairvaux und wurde Mönch. Im guten Alter ist er dann selig im Herrn verschieden.

KLEINES MENOLOGIUM
DER BENEDIKTINISCHEN FAMILIE
11. APRIL – Gedächtnis des seligen Gregor, Mönch von Einsiedeln. 964 wählte man ihn zum dritten Abt des Klosters. Er mehrte Einsiedeln im irdischen und geistlichen Bereich. Seine Aufzeichnungen über das Klosterleben wurden durch seinen Schüler Wolfgang von Regensburg verbreitet und beeinflussten das Klosterleben in Süddeutschland nachhaltig. 983 gründete er das Kloster Petershausen bei Konstanz.
LITURGISCHER KALENDER O. Cist. - APRIL - nach der Ordnung von 1963
11. - Alb. - Fer. 4 – S. LEO MAGNUS, PAPA & ECCL. DOCT. - iii Lect. - Laud. Com. B.M.V. - Mis. - Gl. - or. una - praef. Pasch. ( in hoc potissimum ) - Vesp. de fer. – Com. B.M.V. Regina coeli-
11. - weiß – MittwochFer. IV – HL. LEO DER GROSSE, PAPST & KIRCHENLEHER – iii Lect. - in Laudes: Com. B.M.V.- in missa: - Gloria - 1 Oration - Präf. Pasch. ( in hoc potissimum ) - Vesp vom Tag - Com. B.M.V. Regina coeli…-
HINWEIS
Die Angaben zur jeweiligen Tagesmesse beziehen sich auf das Cisterciensermissale. Es ist in dankenswerter Weise von Enthusiasten aus dem Umfeld der Abtei Mariawald ( Cistercienser von der strengeren Observanz ) veröffenlicht worden. Die Übersetzungen ins Deutsche sind im vollen Gange. Hier wird man fündig:www.mariawalder-messbuch.de Etwas wunderlich ist die Bezeichnung MARIAWALDER MESSBUCH. Wir haben es aber hier ganz einfach mit dem MISSALE CISTERCIENSE zu tun, das bis zur liturgischen Revolution nach dem Vat.II von beiden Cistercienserobservanzen benutzt wurde.
Zu diesem Missale ist folgendes zu sagen: Schon im 17. Jahrhundert wurde offensichtlich, daß viele Priestermönche des Cistercienserordens den römischen Ritus ihrem eigenen cisterciensischen vorzogen. Obwohl noch das Konzil von Trient (1545-1563) die Eigenriten bestätigt hatte, konnten die Generalkapitel des 17. Jahrhunderts nur noch teilweise verhindern, daß das Missale Romanum auch in den Klöstern des Ordens gebraucht wurde. Die neu herausgegebenen Meßbücher ab 1657 waren im Grunde Ausgaben des Missale Romanum mit cisterciensischen Adaptationen.
Die Unterschiede sind aber gar nicht so klein, wie gerne behauptet wird. Es gibt Heiligenfeste mit Texten, die das Missale Romanum nicht kennt. Mitunter sind auch an Sonntagen des Kirchenjahres die Perikopen und Texte der Meßgesänge nicht identisch. Bei gemeinsamen Heiligenfesten sind mitunter einzelne Texte der Meßgesänge verschieden. Verschieden sind auch die Weiheriten der Kerzen an Lichtmeß, am Aschermittwoch und Palmsonntag. Die Karfreitagsliturgie hat stellenweise ihre eigene Form, sowie die Feier der Osternacht. Es ist also noch viel Eigengut im Cisterciensermeßbuch, so daß man mit Recht von einem MISSALE CISTERCIENSE sprechen kann und nicht nur von einem MISSALE ROMANUM CISTERCIENSE.

MARIA, SIDUS GEMMAQUE VIRGINUM,
CISTERCIENSES DIRIGE SUBDITOS,
QUI TE PATRONAM CONFITENTUR
AEDIBUS, OFFICO, FERVORE
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