Freitag, 29. Dezember 2017

CISTERTIUM MATER NOSTRA
Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer Abtei Frauenthal O.Cist.

Sub tuum praesidium confugimus, Sancta Dei Genitrix. Nostras deprecationes ne despicias in necessitatibus nostris. Sed a periculis cunctis, libera nos semper. Virgo gloriosa et benedicta.

30. DEZEMBER

KLOSTER HIMMELPFORT
B.M.V. de Coeli Porta S.O.Cist.

Unter dem Titel einer virtuellen Cella ( eine Cella ist die kleinste mögliche Klostereinheit ) soll das Andenken an ein demütiges Cistercienserkloster in der Mark Brandenburg aufleben. B.M.V. de Coeli Porta Himmelpfort ) war die letzte und kleinste Neugründung der Abtei Lehnin. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelpfort ) Spät gegründet, mit problematischen Ländereien ausgestattet, die sich teilweise in verschiedenen Herrschaftsbereichen befanden, hat diese kleine Schule des Herrendienstes wenig gute Zeiten erlebt. Schließlich ging sie in den Wirren der lutherischen Revolution unter.- Wenig ist übrig geblieben: ein ruinenhaftes Kirchenschiff, ein stark veränderter Ostchor, der heute der evangelischen Gemeinde Himmelpfort als Pfarrkirche dient und ein Brauereigebäude, das vor einigen Jahren abbrannte.- Die Beiträge in diesem Blog werden vorzüglich aus dem liturgischen Bereich der Cisterciensergewohnheiten bestehen. Möglicherweise kann es auch einmal Mitteilungen aus der übrigen benediktinischen Familie geben. Freunde des Cistercienserordens und Interessierte sind herzlich willkommen.
Friede allen! Frater Alberich

MARTYROLOGIUM CISTERCIENSE
30. DEZEMBER – Zu Spoléto der Heimgang heiliger Martyrer, nämlich des Bischofs Sabinus, der Diakone Exsuperantius, und Marcellus, sowie des Statthalters Venustianus mit seiner Gattin und seinen Söhnen unter Kaiser Maximianus. Marcellus und Exsuperantius wurden zuerst gefoltert, dann heftig mit Knütteln geschlagen. Zuletzt riß man ihnen die Nägel aus und verbrannte ihnen die Seiten. So beschlossen sie ihr Martyrium. Venustianus wurde nicht lange danach mit Gattin und Kindern durch das Schwert getötet. Dem heiligen Sabinus hieb man die Hände ab und ließ ihn lange im Kerker schmachten, dann wurde er zu Tode gegeißelt. Das Martyrium dieser Blutzeugen erfolgte zwar zu verschiedenen Zeiten, wird jedoch an einem Tage gefeiert. - In Alexandria die heiligen Martyrer Mansuetus und zehn weitere Gefährten. - Zu Rom der Heimgang des heiligen Papstes Felix I.- Ferner anderwärts eine große Anzahl anderer heiliger Martyrer und Bekenner, sowie heiliger Jungfrauen. R. Dank sei Gott.
LESUNG AUS DER REGEL UNSERES

HLST. VATERS BENEDIKTUS

Kapitel 72 Der gute Eifer der Mönche

30. DEZEMBER – Wie es einen bitteren und bösen Eifer gibt, der von Gott trennt und zur Hölle führt, so gibt es den guten Eifer, der von den Sünden trennt, zu Gott und zum ewigen Leben führt. Diesen Eifer sollen also die Mönche mit glühender Liebe in die Tat umsetzen, das bedeutet: Sie sollen einander in gegenseitiger Achtung zuvorkommen; ihre körperlichen und charakterlichen Schwächen sollen sie mit unerschöpflicher Geduld ertragen; im gegenseitigen Gehorsam sollen sie miteinander wetteifern; keiner achte auf das eigene Wohl, sondern mehr auf das des anderen; die Bruderliebe sollen sie einander selbstlos erweisen; in Liebe sollen sie Gott fürchten; ihrem Abt seien sie in aufrichtiger und demütiger Liebe zugetan. Christus sollen sie überhaupt nichts vorziehen. Er führe uns gemeinsam zum ewigen Leben.
MENOLOGIUM ( HEILIGENVERZEICHNIS )
DES HL. CISTERCIENSERORDENS
30. DEZEMBER – Die seligen Radulf, Richard und Nikolaus. Sie waren die ersten drei Äbte von Vaucelles. Der selige Radulf stammte aus England und war schon Priester. Auf einer Pilgerfahrt nach Rom, machte er in Clairvaux Rast und wurde durch den hl. Bernhard für den Orden gewonnen. Bald erhielt er den Auftrag die ersten Mönche nach Vaucelles zu führen. Bei seinem Tod beweinten ihn 107 Mönche und 130 Konversbrüder. Es war der Erfolg eines gewissenhaften regularen Lebens und der eifrigen Verrichtung des Opus Dei, verbunden mit großem Gottvertrauen. Erben seines Geistes und Würde waren der selige Richard, sowie der selige Nikolaus, der aber bald sein Amt wegen Krankheit niederlegen mußte.

Menologium Cisterciense oder kurtzbegrieffene Lebensverfassung....1731 im Original:
In Frießland der Seelige Richardus Cistercienser Münch / in dem Closter Beatae Mariae von Aldvert nahe bey Groningen; welcher gantz Niederland mit dem Licht seiner Heiligkeit / und auferbaulichen Tugend-Wandel/ samt dem Glantz derer Wunder Wercken vortrefflich erleuchtet; Endlichen aber/ da er seinen Lebens-Lauff lobwürdigst vollendet/ aus diesem gefahrlichen Elends-Thal zur glückseeligen Himmlischen Wohnung freudenreich gelanget.
EXHORTATIO ZUM JAHRESENDE aus
Menologium Cisterciense oder kurtzbegrieffene Lebensverfassung....1731 im Original:
Diese seynd/vielgeliebte Brüder und Schwestern/welche mit verachter Welt / verschmeheter fleischlicher Wollust / und ausgelachten Höllischen Bedrohungen/ unter dem Cistercienser Ordens-Fahn glorwürdig obgesieget ; diese seynd / welche nach dem seeligsten Lebens-Elend/ nach vielfältigen Trangsalen und Betrübnussen/ die Glori der ewigen Glückseeligkeit erlanget; diese seynd endlich/ welche uns nicht nur allem mit Wort / sondern auch mit herrlichen Tugend-Exempel den Weeg/dem wir sicher nachfolgen können/Ruhm würdigst angezeiget: so bedencket euch dann/ daß wir Kinder der Heiligen seyn; und lasset uns eyffrig in ihre Fußstaffen nachfolgen/weder zur Rechten noch zur Lincken von ihnen abweichen/ weder überschreiten die Maaß und Ziehl unserer Alten Vorfahrer. Erwecken wir uns selbsten / durch so grosser Heiligen Tugend-Männer lobwürdigstes Exempel heraus gefordert/ dann wir seynd weder zarther/ weder schwacher als sie. Lasset uns gleichfalls nach solcher Vollkommenheit streben / welche sie glückseelig erlanget; zu welcher damit wir gelangen können/sollen uns diese oder dergleichen Gebether dienlich seyn.
Entsprechendes Gebet erscheint morgen.
KLEINES MENOLOGIUM DER BENEDIKTINISCHEN FAMILIE
30. DEZEMBER – Gedenken an den seligen Martius, Schüler unseres hl. Vaters Benediktus.
Gedächtnis des seligen Mönchs Germar. Später wurde er Abt im Kloster Pental ( St-Samson-de la Roque ). Eine Zeit lebte er als Eremit. 655 errichtete er auf seinen Gütern das Kloster Flay ( St-Germer-de-Fly ). Er war der erste Abt des Klosters.
In Canterbury der selige Erzbischof Petrus.
LITURGISCHER KALENDER O. Cist. DEZEMBER  
nach der Ordnung von 1963
30. - Alb. - Sabb – DE OCT.- Officium sicut in festo – Vigil. RR. 1, 2, 3 de fest. - Mis. Puer natus...- Gl. - or. una – Epist. & Evang. e mis. 2 nativtat. - Cr. - Praef. & Communicantes de nativitate – Vesp. de Oct. ut in II Vesp. Nativ. praeter Ant. ad Magn. Nesciens Mater…extra stalla – Com. seq. Sacerdos...-

30. - weiß – Samstag – Fer. VI - VON DER OKTAV - Offizium wie am Weihnachtstag - in der Vigil 3 lect.- Responsorien 1, 2, 3 vom Fest - in missa: Introitus Puer natus est…mit Epistel & Evangelium von der 2. Messe des Weihnachtstages - Gloria - 1 Oration - Credo - Präf. und Communicantes von Weihnachten ( de nativitate ) - Vesper von der Oktav, wie am Weihnachtstag zur 2. Vesper - Magnf. Ant. Nesciens Materextra stalla & Com. des HL. SILVESTER Sacerdos…-

HINWEIS
Die Angaben zur jeweiligen Tagesmesse beziehen sich auf das Cisterciensermissale. Es ist in dankenswerter Weise von Enthusiasten aus dem Umfeld der Abtei Mariawald ( Cistercienser von der strengeren Observanz ) veröffenlicht worden. Die Übersetzungen ins Deutsche sind im vollen Gange. Hier wird man fündig:www.mariawalder-messbuch.de Etwas wunderlich ist die Bezeichnung MARIAWALDER MESSBUCH. Wir haben es aber hier ganz einfach mit dem MISSALE CISTERCIENSE zu tun, das bis zur liturgischen Revolution nach dem Vat.II von beiden Cistercienserobservanzen benutzt wurde.
Zu diesem Missale ist folgendes zu sagen: Schon im 17. Jahrhundert wurde offensichtlich, daß viele Priestermönche des Cistercienserordens den römischen Ritus ihrem eigenen cisterciensischen vorzogen. Obwohl noch das Konzil von Trient (1545-1563) die Eigenriten bestätigt hatte, konnten die Generalkapitel des 17. Jahrhunderts nur noch teilweise verhindern, daß das Missale Romanum auch in den Klöstern des Ordens gebraucht wurde. Die neu herausgegebenen Meßbücher ab 1657 waren im Grunde Ausgaben des Missale Romanum mit cisterciensischen Adaptationen.
Die Unterschiede sind aber gar nicht so klein, wie gerne behauptet wird. Es gibt Heiligenfeste mit Texten, die das Missale Romanum nicht kennt. Mitunter sind auch an Sonntagen des Kirchenjahres die Perikopen und Texte der Meßgesänge nicht identisch. Bei gemeinsamen Heiligenfesten sind mitunter einzelne Texte der Meßgesänge verschieden. Verschieden sind auch die Weiheriten der Kerzen an Lichtmeß, am Aschermittwoch und Palmsonntag. Die Karfreitagsliturgie hat stellenweise ihre eigene Form, sowie die Feier der Osternacht. Es ist also noch viel Eigengut im Cisterciensermeßbuch, so daß man mit Recht von einem MISSALE CISTERCIENSE sprechen kann und nicht nur von einem MISSALE ROMANUM CISTERCIENSE.

MARIA, SIDUS GEMMAQUE VIRGINUM,
CISTERCIENSES DIRIGE SUBDITOS,
QUI TE PATRONAM CONFITENTUR
AEDIBUS, OFFICO, FERVORE
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