Freitag, 22. Dezember 2017

CISTERTIUM MATER NOSTRA
Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer Abtei Frauenthal O.Cist.

Sub tuum praesidium confugimus, Sancta Dei Genitrix. Nostras deprecationes ne despicias in necessitatibus nostris. Sed a periculis cunctis, libera nos semper. Virgo gloriosa et benedicta.

23. DEZEMBER

PATET PORTA MAGIS COR
KLOSTER HIMMELPFORT
B.M.V. de Coeli Porta S.O.Cist.

Unter dem Titel einer virtuellen Cella ( eine Cella ist die kleinste mögliche Klostereinheit ) soll das Andenken an ein demütiges Cistercienserkloster in der Mark Brandenburg aufleben. B.M.V. de Coeli Porta Himmelpfort ) war die letzte und kleinste Neugründung der Abtei Lehnin. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelpfort ) Spät gegründet, mit problematischen Ländereien ausgestattet, die sich teilweise in verschiedenen Herrschaftsbereichen befanden, hat diese kleine Schule des Herrendienstes wenig gute Zeiten erlebt. Schließlich ging sie in den Wirren der lutherischen Revolution unter.- Wenig ist übrig geblieben: ein ruinenhaftes Kirchenschiff, ein stark veränderter Ostchor, der heute der evangelischen Gemeinde Himmelpfort als Pfarrkirche dient und ein Brauereigebäude, das vor einigen Jahren abbrannte.- Die Beiträge in diesem Blog werden vorzüglich aus dem liturgischen Bereich der Cisterciensergewohnheiten bestehen. Möglicherweise kann es auch einmal Mitteilungen aus der übrigen benediktinischen Familie geben. Freunde des Cistercienserordens und andere Gäste sind herzlich willkommen.
Friede allen! Frater Alberich

MARTYROLOGIUM CISTERCIENSE
23. DEZEMBER – Bei Nikomedien das Leiden von zwanzig heiligen Martyrern. In der Verfolgung des Diokletian erduldeten sie schwere Mißhandlungen, so wurden sie zu Martyrern Christi und wurden der seligen Schar der Heiligen beigesellt. - Zu Rom der Heimgang der heiligen Jungfrau und Blutzeugin Victoria in der Verfolgung des Kaisers Decius. Sie war mit einem Heiden verlobt, wollte aber weder die Ehe eingehen noch den Götzen opfern. Durch viele Wunderzeichen gewann sie sogar zahlreiche Jungfrauen für Gott. Da stieß man ihr auf den Antrag ihres Verlobten das Schwert ins Herz. - Ebenfalls in Rom der selige Servulus. Der heilige Papst Gregorius berichtet, daß er von Jugend an bis an sein Lebensende gelähmt an ein Lager gefesselt war. An seinem Grab geschahen häufig Wunder. - Ferner anderwärts eine große Anzahl anderer heiliger Martyrer und Bekenner, sowie heiliger Jungfrauen. R. Dank sei Gott.

LESUNG AUS DER REGEL UNSERES

HLST. VATERS BENEDIKTUS

Kapitel 65 Vom Prior des Klosters

- Fortsetzung -

23. DEZEMBER – Daher halten wir es zur Wahrung des Friedens und der Liebe für angebracht, dass der Abt die Ämter in seinem Kloster nach eigenem Ermessen besetzt. Wenn möglich sollen Dekane alle Belange des Klosters nach den Weisungen des Abtes regeln, wie wir schon früher bestimmt haben. Sind mehrere beauftragt, kann ein einzelner nicht stolz werden. Erfordern es aber die örtlichen Verhältnisse oder äußert die Gemeinschaft begründet und mit Demut die Bitte und hält es der Abt für gut, wähle er mit dem Rat gottesfürchtiger Brüder einen aus und setze ihn selber als seinen Prior ein. Der Prior führe in Ehrfurcht aus, was ihm sein Abt aufträgt; er tue nichts gegen den Willen oder die Anordnung des Abtes. Denn je höher er über die anderen gestellt ist, um so sorgfältiger muss er die Weisungen der Regel beobachten. Stellt sich heraus, dass der Prior voller Fehler ist oder, vom Hochmut betört, sich Stolz überhebt oder nachweislich die heilige Regel verachtet, werde er bis zu viermal mit Worten zurechtgewiesen. Bessert er sich nicht, treffe ihn die von der Regel vorgesehene Strafe. Ändert er sich auch so nicht, werde er seines Amtes als Prior enthoben, und ein anderer, der geeignet ist, soll an seine Stelle treten. Ist er auch danach in der Gemeinschaft nicht ruhig und gehorsam, werde er sogar aus dem Kloster gestoßen. Doch bedenke der Abt, dass er über alle seine Entscheidungen vor Gott Rechenschaft ablegen muss, damit nicht die Flamme des Neids oder der Eifersucht seine Seele verzehrt.

MENOLOGIUM ( HEILIGENVERZEICHNIS )
DES HL. CISTERCIENSERORDENS
23. DEZEMBER – In Portugal der selige Johannes Zirita. Gerne nahm er in jungen Jahren unter dem Grafen Heinrich von Portugal an Kriegszügen gegen die Mauren teil. Unter dem Antrieb der Gnade entschloß sich aber für einen anderen Kriegsdienst und nahm als Einsiedler den Kampf gegen die Laster und sündhaften Neigungen im Inneren auf. Mit der Zeit hatten sich Gefährten eingefunden, die kleine Gemeinschaft lebte nach der Regel des hl. Augustinus. Als die Cistercienser ins Land kamen, bat der Selige den hl. Bernhard, um Mönche für eine Neugründung. Die gründeten dann die Abtei San Joan de Tarouca. Der selige Johannes wurde später Abt von Alafoes und gründete das Kloster Salzeda, dessen Leitung er noch übernahm. Dort ist er dann mit dem Te Deum auf den Lippen zu seinem himmlischen Kriegsherrn gezogen.( Nach dem Menologium von P. Adolf Dietrich S.O.Cist.)
KLEINES MENOLOGIUM DER BENEDIKTINISCHEN FAMILIE
23. DEZEMBER – Gedenken an den seligen Gaubald. Er war Abt von St. Emmeram in Regensburg. Der hl. Bonifatius spendete ihm 739 die Bischofweihe und er wurde der erste Oberhirte der neuen Diözese Regensburg. 
Gedächtnis des seligen Alberich, Mönch in Gladbach.
LITURGISCHER KALENDER O. Cist. - DEZEMBER -
nach der Ordnung von 1963
23. - Viol. - Sabb. - De eo – Vigil. Lect. & RR. propr. - in II. Noct. et ad Horas or. propr. - Laud. Com. B.M.V.- Mis. propr. - or. una – prophet. a juniore - Praef. de Advent. - Vesp. de fer. – O - ANTIPHON ad Magn. O Rex…-

23. - violett – Samstag de eo - QUATEMBER - in der Vigil eig. Lect und Responsorien - in den Horen eig. Antiphonen & Tagesoration - in Laudes Com. B.M.V.- in missa: eig. Meßformular - die Prophetien können von einem Jüngeren ( a juniore ) gelesen werden – Vesp. de fer. - O - ANTIPHON zum Magn. O Emmanuel( extra stalla, zur Oration aber auf den Misericordien verbeugt ) - sonst keine Com.-

Dominica IV. in Adventu suppressa!

HINWEIS
Die Angaben zur jeweiligen Tagesmesse beziehen sich auf das Cisterciensermissale. Es ist in dankenswerter Weise von Enthusiasten aus dem Umfeld der Abtei Mariawald ( Cistercienser von der strengeren Observanz ) veröffenlicht worden. Die Übersetzungen ins Deutsche sind im vollen Gange. Hier wird man fündig:www.mariawalder-messbuch.de Etwas wunderlich ist die Bezeichnung MARIAWALDER MESSBUCH. Wir haben es aber hier ganz einfach mit dem MISSALE CISTERCIENSE zu tun, das bis zur liturgischen Revolution nach dem Vat.II von beiden Cistercienserobservanzen benutzt wurde.
Zu diesem Missale ist folgendes zu sagen: Schon im 17. Jahrhundert wurde offensichtlich, daß viele Priestermönche des Cistercienserordens den römischen Ritus ihrem eigenen cisterciensischen vorzogen. Obwohl noch das Konzil von Trient (1545-1563) die Eigenriten bestätigt hatte, konnten die Generalkapitel des 17. Jahrhunderts nur noch teilweise verhindern, daß das Missale Romanum auch in den Klöstern des Ordens gebraucht wurde. Die neu herausgegebenen Meßbücher ab 1657 waren im Grunde Ausgaben des Missale Romanum mit cisterciensischen Adaptationen.
Die Unterschiede sind aber gar nicht so klein, wie gerne behauptet wird. Es gibt Heiligenfeste mit Texten, die das Missale Romanum nicht kennt. Mitunter sind auch an Sonntagen des Kirchenjahres die Perikopen und Texte der Meßgesänge nicht identisch. Bei gemeinsamen Heiligenfesten sind mitunter einzelne Texte der Meßgesänge verschieden. Verschieden sind auch die Weiheriten der Kerzen an Lichtmeß, am Aschermittwoch und Palmsonntag. Die Karfreitagsliturgie hat stellenweise ihre eigene Form, sowie die Feier der Osternacht. Es ist also noch viel Eigengut im Cisterciensermeßbuch, so daß man mit Recht von einem MISSALE CISTERCIENSE sprechen kann und nicht nur von einem MISSALE ROMANUM CISTERCIENSE.

MARIA, SIDUS GEMMAQUE VIRGINUM,
CISTERCIENSES DIRIGE SUBDITOS,
QUI TE PATRONAM CONFITENTUR
AEDIBUS, OFFICO, FERVORE
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